Was Kindern hilft, wenn Eltern sich trennen

Von den Eltern

  • Altersgemäße Informationen über die Trennung der Eltern (ideal: von beiden Eltern zusammen) und die konkreten Folgen für das Kind (bzgl. Wohnen, Besuche beim ausgezogenen Elternteil etc.)
  • Die Erlaubnis beider Eltern,  zu Vater und Mutter regelmäßigen Kontakt zu halten und beide Eltern zu lieben
  • Offene Gespräche und Verständnis für die Gefühle des Kindes (Hilflosigkeit, Trauer, Wut, Angst, Schuldgefühle etc.)
  • Verständnis für die kindliche Krisenverarbeitung
  • Wahrnehmung der elterlichen Erziehungsverantwortung (Kinder nicht aufgrund eigener Schuldgefühle verwöhnen – aber auch nicht überfordern)
  • Kindern altersgemäße Mitentscheidungsmöglichkeiten einräumen

Von anderen sozialen Bezugspersonen

(Großeltern, Erzieher-Innen, LehrerInnen, Nachbarn)

  • Verlässlichkeiten/Sicherheiten (Kontakte zu den Großeltern bleiben erhalten, gewohnte familiäre Rituale werden fortgesetzt etc.)
  • Verständnis (für das kindliche Verhalten in der Krisensituation) und Aushalten der kindlichen Gefühle
  • Die kindlichen Probleme werden weder bagatellisiert noch dramatisiert
  • Dem Kind vermitteln, dass viele Kinder in vergleichbaren Lebenslagen sind (ledige, geschiedene, verwitwete Eltern: allein Erziehende in Kriegszeiten usw.)
  • Ernst-genommen-werden und altersgemäße Mitentscheidungsrechte
  • „Wer Kinder liebt, hilft ihren Eltern“ (das entlastet die Kinder!)

Was Gemeinden tun können

  • Eltern und Kindern die positive Bewältigung der Trennung/ Scheidung zutrauen
  • Toleranz gegenüber allein Erziehenden und ihren Kindern (auch wenn diese vorübergehend z.B. besonders aggressiv sind) zeigen
  • Allein Erziehende, umgangsberechtigte Eltern und ihre Kinder bewusst ansprechen und einladen (zu Gottesdiensten, Freizeitangeboten, Wochenendausflügen etc.)
  • Kindergruppen anbieten (entlastet die Eltern)
  • Die Öffnungszeiten von Kindergärten so flexibilisieren, dass die Kinder während der Erwerbszeiten der Eltern dort komplett betreut sind
  • Freizeitmaßnahmen/Ferienfahrten für Kinder und Jugendliche (preiswert anbieten)
  • Rituale zur Trauerbewältigung

Professionelle Hilfen

  • Professionelle Hilfe steht in erster Linie für die Eltern zur Verfügung, da sie die wichtigsten Garanten dafür sind, dass die Kinder die Trennung und Scheidung positiv bewältigen (Einzelberatung der Eltern, gemeinsame Elternberatung – Mediation, ggfs. Einzel-, Paar- oder Familientherapie)
  • Gruppenangebote für Mütter bzw. Väter bei Trennung und Scheidung
  • Für Kinder werden professionelle Hilfen in Erziehungsberatungsstellen angeboten (unter Einbeziehung der Eltern). Dort finden zunehmend häufiger auch Gruppenangebote für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren statt, die von Trennung und Scheidung der Eltern betroffen sind (hier können Gefühle ausgedrückt, sowie Wünsche und Bedürfnisse formuliert werden)

Wie kann man Kindern helfen – ein Interview

Sigrid Rogge ist Diplompsychologin sowie Ehe- , Familien- und Lebensberaterin. Sie ist in einer Caritas Beratungsstelle in Berlin-Potsdam tätig und leitet seit vielen Jahren Gruppen mit Kindern nach Trennung und Scheidung

1. Was hilft Kindern, mit der neuen Situation umzugehen?

2. Wo finden Kinder Unterstützung?

3. Wie kann die Kirche Familien unterstützen?

4. Was ist, wenn der Paarkonflikt so groß ist, dass ein Elternteil den Kontakt total abbricht?.