In Kirchengemeinden

Für Kinder von einander getrennter Eltern kann das Eingebundensein und Bleiben in gemeindliche Strukturen ein wichtiger Halt in Zeiten der Veränderung bedeuten.

Impulse für die Pfarrgemeinde

  • Achtung vor der Lebensgeschichte und der Entscheidung des anderen zeigen.
  • Geschiedene ausdrücklich einladen und ihnen Verantwortung übertragen. Ihre Lebenserfahrung soll im Raum der Gemeinde zum Tragen kommen, z. B. im Pfarrgemeinderat oder in Familiengruppen.
  • Takt und Phantasie einsetzen, damit beiden Partnern der Freundeskreis erhalten bleibt.
  • Nichtsorgeberechtigte Väter und Mütter als Eltern ansprechen.
  • Sich allein erziehenden Müttern und Vätern als Gesprächspartner zur Verfügung stellen, so dass die Kinder in ihrer Sorge für die Eltern entlastet werden.
  • Einen "Treffpunkt allein Erziehender" einrichten. Damit es auch in den Familien leichter besprechbar wird, das Thema "Trennung" in Predigt, Katechese und Bildungsarbeit berücksichtigen.
  • Eltern, die sich trennen, nicht die Erziehungsfähigkeit absprechen.
  • Den Kindern aus geschiedenen Ehen eine gesunde Entwicklung zutrauen. Schwierigkeiten in der Trennungsphase zugestehen.
  • Zur Inanspruchnahme von Beratung motivieren, damit ein gemeinsames Sorgerecht oder eine tragfähige Umgangsregelung von der Familie selbst erarbeitet werden kann.
  • Auf Selbsthilfegruppen hinweisen.
  • Alleinerziehende und Nichtsorgeberechtigte in Familientreffen der Gemeinde mit Selbstverständlichkeit einbeziehen.
  • Für flexible Öffnungszeiten in Kindergarten und Hort eintreten und Hausaufgabenbetreuung oder "Gastfamilien" für einige Tagesstunden vermitteln.
  • Ergänzenden Betreuungsdienst für erkrankte Kinder einrichten, damit allein Erziehende ihren Arbeitsplatz nicht gefährden müssen.
  • Die Trauer der Geschiedenen mittragen.
  • Krisensituationen von Familien wahrnehmen, zuhören und auf Beratungsangebote aufmerksam machen.

Leben, Glauben, Beten und Feiern in der Gemeinde

Frau Rita Justenhoven-Ockermann, Gemeindereferentin in Neuss, berichtet von ihren Erfahrungen, den Möglichkeiten und Chancen pastoraler Begleitung.

  1. Wo gibt es Gelegenheiten die Sie nutzen können, um das Thema Trennung/Scheidung präsent zu machen?
  2. Wie wird das Willkommensein in Gemeinde für Kinder und Eltern nach einer Trennung oder Scheidung deutlich spürbar?
  3. Was in einer Gemeinde tut Kindern gut, deren Eltern sich getrennt haben?
  4. Wie kann Gemeinde darüber hinaus die ganze Familie unterstützen?
  5. Gibt es biblische Bilder, die besonders hilfreich sind?
  6. Welchen Gewinn haben Gemeinden, die sich für diese Familien öffnen?

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